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Petrowsky-Denkmal

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In Oelze im Gläsertälchen erinnert das Petrowsky-Denkmal an das erste internationale Sommerlager der Roten Jung-Pioniere des Spartakus-Bundes im Jahre 1928.

 

Zur damaligen Zeit mußten auch die Kinder der Arbeiter in stundenlanger Heimarbeit das tägliche Brot mitverdienen helfen. Freizeit und Erholung gab es nur für die Kinder der Reichen.

So entstand die Idee, für die Arbeiterkinder auf einer Wiese in herrlicher Natur ein Zeltlager zu organisieren. Es gab ein Schlafzelt für 70 Kinder, reichlich Stroh aus der Glashütte und pro Kind zwei Wolldecken. Die Küche bestand aus 4 Pfählen mit einem primitiven Dach. Frauen aus Oelze übernahmen die Verpflegung. Es wurde ein Pferd für den Transport zur Verfügung gestellt. Durch Spenden und Sammelaktionen bei den Ortseinwohnern war es möglich, die Unkosten des Lagers zu decken.

 

Außer den Kindern aus Thüringen waren auch Pioniere aus Frankreich, Holland und Dänemark gekommen, um sich hier im Thüringer Wald einige Wochen mit viel Freude zu erholen.

Den eingeladenen Mädchen und Jungen aus der Sowjetunion hatte die Weimarer Regierung die Einreise verboten. Eine Schule aus Charkow spendete aber 500 Mark, obwohl sie selbst nicht teilnehmen konnten.

Benannt wurde das Lager nach Petrowsky, einem engen Vertrauten von Lenin und Förderer der sowjetischen Pionierorganisation.

 

Zur Gestaltung eines fröhlichen Pionierlebens war keine Mühe zu viel. Spiele, Sport, Heiterkeit, Gesang und Tanz waren tägliche Begleiter. Die Kinder traten aber nicht nur im Lager auf, sondern auch auf der Bühne im „Haus des Volkes" in Oelze und in den umliegenden Dörfern.

 

Und natürlich spielten die Kinder Fußball. Auf dem nahen Sportplatz „Schwarzer Acker" wurden Wettkämpfe gegen die Pioniermannschaft des Arbeiter-Turn- und Sportbundes Oelze ausgetragen. Die Begeisterung war groß, auch wenn Fußballschuhe und einheitliche Sportkleidung fehlten. Denn dazu war kein Geld vorhanden.

 

Die Kinder besichtigten auch die Betriebe des Ortes. Von den Porzellanmalern bei Hertwigs bekamen sie kleine Püppchen geschenkt und bei den Glasmachern durften sie Medizinflaschen mitnehmen.

 

Abends saßen die Kinder am Lagerfeuer. Zu den Klängen einer Gitarre sangen sie Lieder und träumten von einer besseren Zukunft.

 

Ein solches Sommerlager für Arbeiterkinder gab es zu jener Zeit nur einmal in Deutschland.

 

Zur Erinnerung an dieses Ereignis wurde im Rahmen des Nationalen Aufbauwerkes in den Jahren 1962/63 im Gläsertälchen ein Denkmal errichtet. Die Gedenktafel schuf der Modelleur Günther Worm aus der Zierkeramik Katzhütte.

Am 13.Oktober 1963 fand die feierliche Einweihung des Gedenksteines statt.

 

 

Aus den Aufzeichnungen von Emil Machold (1963)

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