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Wurzelberg - Geschichte

Früher ging es auf dem Wurzelberg nicht so ruhig zu wie heute. Die tiefen Wälder mit einem hohen Wildbestand waren das Jagdrevier der Fürsten von Schwarzburg-Rudolstadt. Graf Albert Anton von Schwarzburg (1646-1711) hatte bereits im Jahre 1675 eine Fläche von ca. 2500 Hektar eingattern lassen und einen großen Tiergarten eingerichtet. Aus Gründen der Bequemlichkeit und um die lange Anreise in das fürstliche Jagdgebiet zu verkürzen, baute man in Neuhaus und auf dem Lindig Jagdhäuser. Dem folgte um 1740 der Bau des achteckigen Jagdsalons auf dem Wurzelberg. Es gab dort oben außerdem das Jägerhaus mit Wirtschafträumen, eine Kutschenremise und den Pferdestall. Die etwas unterhalb der Wiese gelegene Quelle wurde gefaßt und ein Fischteich angelegt. 

 

Jagdsalon

 

Im Herbst jedes Jahres hielt die Jagdgesellschaft des Fürsten für 2 bis 4 Wochen auf dem Wurzelberg Einzug. Auch die Damen des Hofes waren einige Tage zu Gast und sorgten für allerlei Unterhaltung und Kurzweil. Diese Jagdgesellschaften bestanden während der Regierungszeit von vier Fürsten des Hauses Schwarzburg-Rudolstadt unverändert weiter.

 

Infolge der Kriegshandlungen im 3. Napoleonischen Krieg bei Saalfeld wurde der Fürstliche Marstall im Jahr 1806 aus Sicherheitsgründen auf den Wurzelberg verlegt. Stuterei, Fohlenstall und Reitpferde verblieben dort so lange, bis sich die Lage um Schwarzburg-Rudolstadt herum wieder beruhigt hatte. Vom Frühjahr bis zum Herbst wurden Kühe gehalten (bis zu 60 Stück Jungvieh) und es gab einen großen Hühnerhof.

 

Nachdem im Jahre 1807 Fürst Ludwig Friedrich verstarb, gab es auf dem Wurzelberg keine fröhlichen Jagdgelage mehr, denn der Nachfolger, Fürst Friedrich Günther, war erst 14 Jahre alt.

 

In den Folgejahren trafen sich auf dem Wurzelberg nur noch die Forstbeamten, um von Zeit zu Zeit eine Revision des Waldbestandes durchzuführen.

 

Durch die ausufernde Wilderei ging der Tierbestand drastisch zurück. Deshalb entschloß man sich im Jahr 1837, den Tiergarten stark zu verkleinern. Da inzwischen Wege und Straßen gebaut worden waren, konnte man von Schwarzburg aus leichter zur Jagd auf den Wurzelberg gelangen. 1848 wurde der Tiergarten endgültig leergeschossen und die Umzäunung niedergelegt.

 

Auf dem Wurzelberg war es still geworden und an den Gebäuden nagte der Zahn der Zeit.

 

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts veranstaltete Fürst Georg noch jährliche Auerhahnjagden. Fürst Günther feierte am 23.August 1890 seinen ersten Geburtstag als Regent des Landes auf dem Wurzelberg.

 

Doch der Verfall des  Jagdsalons war nicht mehr aufzuhalten. Der Abriß erfolgte vermutlich im Jahre 1900. Das Jägerhaus stand noch bis zum Ende des 2. Weltkrieges.  Forstbeamte hatten dort ihre Arbeitsräume. Es diente außerdem als Unterkunft für Jagdgäste.

 

Jägerhaus 1944 - Foto: Heinrich Vorberg

Jägerhaus 1944 - Foto: Heinrich Vorberg

 

An den Wochenenden machten Urlauber,  Kurgäste und Einheimische gern einen Ausflug auf den Wurzelberg. Manchmal wurden auf der großen Wurzelbergwiese lustige Waldfeste mit Gesang und Tanz gefeiert. Der Förster aus der Wulst sorgte für Speisen und Getränke.

 

Aber auch diese Zeit war vorbei, als sich gegen Ende des 2. Weltkrieges 1945 eine Truppe der Wehrmacht auf dem Wurzelberg verschanzte. Das Jägerhaus wurde teilweise zerstört. Was nach dem Abzug der Truppen noch übrig war, entwendeten die Bewohner der umliegenden Dörfer.

 

In den Jahren danach baute man an der Quelle ein kleines Blockhaus. Einige Gedenksteine und Tafeln erinnern an die alten Zeiten.

 

 
 
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